wappenerben der graben

einleitendes

Als Wappenerben der Herren von Graben gelten jene Geschlechter an deren die diversen Wappen im Erbgang ergangen sind. Dieser Erbgang unterteilte sich einerseits durch eine Abstammung in männlicher Linie, unter Weitergabe des väterlichen Wappen und einer Abänderung des Geschlechternamens, sowie andererseits in der Abstammung mittels einer Erbtochter in weiblicher Linie und einer Weitergabe des Wappen. Die Von Graben Forschung nennt hierzu insgesamt fünf resp. sechs Geschlechter, auf welche hier näher eingegangen werden soll.

Die Abstammenden geschlechter

Abstammungen in männlicher Linie

  •  I) Orsini-Rosenberg
  •  II) De Graeff   [angenommen]

Abstammungen in weiblicher Linie

  •  III) Han (zu Hanfelden)  [Sonderfall, da Erbe ohne bekannte Wappenübernahme] 
  •  IV) Jörger von Tollet
  •  V) Stadler zu Stadl (zu Kornberg)
  •  VI) Rainer zu Rain (zu Sommeregg)

historie

i) orsini-rosenberg

ursprünglich steirisch, ritterbürtig, Ritter, Freiherren, Grafen, Reichsgrafen, Reichsfürsten

Die Orsini-Rosenberg wurden vormals Rosenberger von Rosenberg, und ursprünglich Rosenberger genannt. Sie sind Abstammungen der Graben. Als Stammherr dieser Familie wird am 6. September 1322 ein Konrad ab dem Roesenperg genannt, ident oder nah verwandt mit Konrad II. vom Graben, Herr von Grabenhofen, welches zwischen Reinerkogel und dem namensgebenden Rosenberg nahe Graz lag.

Wappenabfolge

Geschichte (Auszug) 

Der nun als Rosenberger genannte Zweig der Graben führte das Wappen mit dem Schrägbalken wohl nur bis Ende des 14. oder Anfang des 15. Jahrhunderts weiter, ehe sie dann erstmals ein neues Schrägbalkenwappen annahmen, zu dem sie wohl im Laufe des 16. Jahrhunderts auch eine Rose stellten, was eine Abstammung aus dem Haus der böhmischen Rosenberger symbolisieren sollte, die ihrerseits wiederum eine Abkunft von dem römischen Fürstengeschlecht der Orsini usurpierten. Die Rosenberger waren dem Niederadel der Steiermark angehörig. Sie waren nicht reich begütert, gehörten dem Ritterstand an, und blieben bis in das 16. Jahrhundert um den Rosenberg ansässig. Das Brüderpaar Georg und Ulrich Rosenberger nahm damals an den Kriegen gegen die Türken und Ungarn teil, und verlor dadurch einen großen Teil seines Vermögens. Georgs Sohn Maximilian Rosenberger (gest. 1550), mit dem Beinamen prodigus, verwirkte das restliche Vermögen, und verkaufte 1530 seine Güter. Sein Sohn Ulrich Rosenberger (gest. 1599) trat als Pfleger von St. Andrä im Lavanttal in Kärnten in salzburgische Dienste. Ulrichs Enkelsohn war Johann Andreas von Rosenberg (1600-1667), mit dem das Geschlecht zur Blüte kam. Jener war ständischer Burggraf zu Klagenfurt, wurde 1633 als "Rosenberger von Rosenberg, Freiherr von Lerchenau" in den Freiherrenstand erhöht, und 1648 Graf. Seine Nachkommenschaft erhielt 1681 den erblichen Reichsgrafenstand [ohne Reichsstandschaft], und nahmen 1684 durch kaiserliche Huld ihren neuen Doppelnamen als Reichsgrafen" von Ursini und Rosenberg" an. 1790 wurde das Geschlecht in den Reichsfürstenstand in Primogenitur [ohne Reichsstandschaft] versetzt. Die Grafen und Fürsten von Orsini-Rosenberg nahmen ab dem ausgehenden 17. Jahrhundert unter den Geschlechtern der österreichischen Habsburgermonarchie einem führenden Rang ein. Sie dienten dem Reich als Diplomaten, Verwalter und Militärs. Nachkommen der ehedem fürstlichen und gräflichen Linien blühen noch heute

Besitz an Herrlichkeiten (Auszug) 

  • Herren vom Rosenberg (Graz, Steiermark)
  • Freiherren von Grafenstein und Lerchenau (Kärnten)
  • Herrschaft Keutschach (Kärnten)
  • ständischer Burggraf von Klagenfurt (Kärnten)

Wappen (Auswahl)


II) de graeff [angenommen]

niederländisch, Patrizier, Ritter, Jonkheer

Diese niederländische Familie wurde ursprünglich Graeff genannt, aber auch als Graaf oder Graef geschrieben, und ab dem 17. Jahrhundert als De Graeff. Als deren Stammherr gilt Wolfgang von Graben (1465-1521), Herr von Kornberg, Marburg, Burggraf auf Saldenhofen. Dieser war wohl um 1483 nach Holland gekommen, und hatte mit Pieter Graeff einen Sohn, der um 1484 geboren worden sein könnte. Die diversen Nachkommen des Pieter führen das Graben-Wappen mit der Schaufel noch heutzutage.

Wappenabfolge

Geschichte (Auszug) 

Die Familie De Graeff war von Anbeginn in der Stadt Amsterdam ansässig, und dort der sozialen Schicht der reichen Händler als auch dem regierenden Patriziat, auch Regenten genannt, angehörig. Deren erstes gesichertes Mitglied sind ein Pieter und dessen Sohn Jan Pietersz Graeff (1512-1553), letzterer ein Händler, Ratsherr und Magistrat dieser Stadt. Neben der zu Bedeutung gelangten Amsterdamer Hauptlinie war das Geschlecht in diversen Städten wie Alblasserdam, Alkmaar, Leiden oder Delft und darüber hinaus in Preußen ansässig. Jan's Sohn Dirk Jansz Graeff (1532-1589) aus der Amsterdamer Hauptinie war der erste Bürgermeister seiner Familie, dem im Laufe des 17. Jahrhunderts noch drei Weitere folgten; Dirks Sohn Jacob Dircksz de Graeff (1570-1638) und dessen beiden Söhne Cornelis (1599-1664) und Andreas de Graeff (1611-1678). In jenem Jahrhundert, dem Goldenen Zeitalter, erlebte die Familie ihren Höhepunkt in der Administration von Amsterdam und Holland, als sie durch geschicktes Taktieren zu einem der einflussreichsten Regenten-Geschlechter der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen aufsteigen könnte. Der Reichtum der De Graeffs beruhte auf Handelsgeschäften, bei ihrem politischen Engagement waren sie republikanisch gesinnt, und standen daher zumeist in Gegensatz zu den holländischen resp. niederländischen Statthaltern aus dem Haus Oraniern, von denen sie im Laufe des Goldenen Zeitalters zwei mal aus der Amsterdamer Stadtregierung ausgeschlossen wurden. Durch zahlreiche Heiratsbündnisse waren sie auch mit der Amsterdamer Regentengeschlecht Bicker oder Ratspensionär Johan de Witt verbunden. Im Goldenen Zeitalter waren Angehörige der Familie De Graeff auch als bedeutende Mäzene tätig, so bei Rembrandt van Rijn oder Gerard ter Borch neben diversen anderen Künstlern und Literaten wie Joost van den Vondel. Als das Goldene Zeitalter mit den Ereignissen des Rampjaar 1672 seinen Niedergang erfuhr, konnten sich auch die De Graeff nicht mehr in der nunmehr oranisch-royalistisch veränderten Amsterdamer sowie holländischen Regierung halten. 1677 wurde der Zweig von Andries de Graeff als Ritter in den Reichsadelstand des HRR aufgenommen, der schon im folgenden Jahr mit Vater und Sohn in männlicher Linie ausstarb. Im Laufe des 18. Jahrhunderts konnten Fanilinmitglieder erneut Ämter und Funktionen in der Amsterdamer Stadtregierung sowie in den niederländischen Handelsgesellschaften [Ostindische Kompanie, Westindische Kompanie, Sozietät von Suriname] erfüllen, aber nicht mehr zu Einfluss wie im vorhergehenden Jahrhundert gelangen. 1885 wurde eine Linie durch die diplomatischen Aktivitäten von Dirk de Graeff van Polsbroek mit dem Prädikat Jonkheer in den neuen Niederländischen Adel aufgenommen. Diese ehedem in Amsterdam tätige Familie blüht noch heutzutage in diversen geadelten resp. nicht geadelten Linien und Staaten, wie in den Niederlanden und Südafrika, und darüber hinaus existieren laut Quellen alte Linien sowie Bastard-Abstammungen ungenauer Provenienz. 

Besitz an Herrlichkeiten (im Gebiet der heutigen Niederlanden)

  • Hohe und Freie Herrlichkeit von Zuid-Polsbroek, 1610-1872 (Provinzen Utrecht / Holland)
  • Hohe Herrlichkeit von Purmerland und Ilpendam, mit Schloss Ilpenstein, 1678-1872 (Provinz Holland, resp. Noord-Holland)
  • Hohe und Freie Herrlichkeit Jaarsveld (Provinz Utrecht)

Stammbaum (Auszug)

# Wolfgang von Graben (1465–1521)

## Pieter Graeff (* um 1484)

### Jan Pietersz Graeff (vor 1512–1553)

#### Pieter Jansz Graeff (gest vor 1547)

##### Cornelis Pietersz Graeff

#### Lenaert Jansz de Graeff (um 1525/30–vor 1578)

##### Steyntje Leonardsdr de Graeff 

##### Pieter Leonardsz de Graeff (genannt 1590) → ''Nachkommen''

##### Jannetje Leonardsdr de Graeff (1554–1619)

##### Jan Leonhardsz de Graeff

#### Weyntje Dircksz (de) Graeff

#### Dirk Jansz Graeff (1532–1589)

##### Jan Dircksz Graeff (gest. 1627)

##### Jacob Dircksz de Graeff (1571–1638)

###### Cornelis de Graeff (1599–1664)

####### Pieter de Graeff (1638–1707)

######## Agneta de Graeff

######## Cornelis de Graeff (1671–1719)

######## Johan de Graeff (1673–1714)

######### Jacoba Adriana de Graeff (1710–1745)

######### Gerrit de Graeff (1711–1752)

########## Joan de Graeff (17351–754)

########## Geertruid Joanna de Graeff (1740–1801)

########## Gerrit de Graeff (1741–1811)

########### Gerrit de Graeff (1766–1814)

############ Christina Elisabeth de Graeff (* 1795)

############ Gerrit de Graeff (1797–1870)

############# Gerrit Arnold Theodoor de Graeff (1831–1889)

############## Carolina Agnes Maria de Graeff van Polsbroek (* 1855)

############## Gerrit de Graeff van Polsbroek (* 1856)

############## Henry George de Graeff van Polsbroek (1858–1941)

############### Augusta Eustace de Graeff van Polsbroek

############### Geraldine de Graeff van Polsbroek

############### Theodore Lawrence Henry de Graeff van Polsbroek → ''Nachkommen''

############## Agnes Margaretha de Gaeff van Polsbroek (1859–1935)

############## Joseph de Graeff van Polsbroek (* 1862) → ''Nachkommen''

############# Carolina Frederica Christina de Graeff (1832–1885)

############# Pieter de Graeff

############# Jhr. Dirk de Graeff van Polsbroek (1833–1916)

############## Jhr. Pieter de Graeff (1861–1909) ("außerehelich"; "später legitimiert") → ''Nachkommen''

############## Jkvr. Anna Carolina de Graeff (* 1871)

############## Jhr. Andries Cornelis Dirk de Graeff (1872–1957)

############### Jkvr. Bonne Elisabeth Constance Wilhelmine de Graeff (1898–1987)

############### Jhr. Anne Maria de Graeff (* 1904)

############### Jhr. Jacob de Graeff (* 1921)

################ Jhr. Jan Jaap de Graeff (* 1949) → ''Nachkommen''

############## Jhr. Géorg de Graeff (1873–1954)

############### Jhr. Dirk Georg de Graeff (1905–1986) → ''Nachkommen''

############### Jhr. Herman Jacob de Graeff (1907–1978) → ''Nachkommen''

############### Jhr. Andries Cornelis Dirk de Graeff (1909–1981) → ''Nachkommen''

############## Jhr. Jacob de Graeff (1875–1963) → ''Nachkommen''

############## Jkvr. Carolina Frederika Christina de Graeff (* 1877)

############## Jhr. Cornelis de Graeff (1881–1956) → ''Nachkommen''

############# Frederik Lodewijk de Graeff (* 1837)

############## Johanna Carolina Frederika de Graeff (* 1868)

############## Emilie Maria Henriette de Graeff (* 1872)

############# Gijsbert Carel Rutger Reinier de Graeff (1838-1923) 

############## Willem Carel Dirk de Graeff (1868–1886) → ''Nachkommen''

############## Frederika Maria Cornelia de Graeff (* 1870)

############## Carolina Albertina Azora Cosmopolita de Graeff (* 1872)

############## Jhr. Gijsbert Carel Rutger Reinier van Brienen van Ramerus de Graeff (* 1876) → ''Nachkommen''

############ Anna Margaretha de Graeff (1798–1824)

############ Cornelia Maria de Graeff (1800–1876)

########### Geertruid Elisabeth de Graeff (1776–1857)

########## Elisabeth Jacoba de Graeff (1751–1802)

######### Alida Johanna de Graeff (1713–1757)

######## Agneta de Graeff

####### Jacob de Graeff (1642–1690)

###### Dirk de Graeff (1601–1637)

###### Agneta de Graeff van Polsbroek (1603–1656)

###### Hendrik de Graeff (* 1605)

###### Wendela de Graeff (1607–1652)

###### Christina de Graeff (1609–1679)

###### HRR ridder Andries de Graeff (1611–1678)

####### HRR ridder Cornelis de Graeff (1650–1678) 

####### Alida de Graeff (1651–1738)

####### Arnoldina (Aertje) de Graeff (1652–1703)

##### Pieter Dircksz Graeff (1573–1645)

##### Cornelis Dircksz Graeff, alias van Rijn

###### Jan Cornelisz (de) Graef(f)

#######  Neeltgen Jans Vercroft (nicht Graeff)

#### Cornelis Pieter Jansz Graeff

### Jacob Jansz Graeff (gest. um 1580)

#### Styntje Jacobsdr Graeff

#### Jan Jacobsz Graeff (* um 1570/75)

##### Claes Jansz Graeff

###### Albert Claesz de Graeff (* um 1620)

##### Adriana Jansdr Graeff (gest. um 1640)

##### Maria Jansdr Graeff

##### Cornelis Jansz Graeff

###### Catharina Cornelisdr Graeff 

###### Pieter Cornelisz Graeff (gest. 1679) → ''Nachkommen''

###### Jan Cornelisz (de) Graeff

####### Cornelis Jansz de Graeff

######## Catharina Cornelisdr de Graeff

######## Pieter Cornelisz de Graeff (* 1693) → ''Nachkommen''

######## Jan Cornelisz de Graeff

######### Cornelis Jansz de Graeff

######### Jacob Jansz de Graeff → ''Nachkommen''

######### Cornelis Jansz de Graeff

######### Jan Jansz de Graeff

######### Cornelis Jansz de Graeff

######### Maria Jansdr de Graeff

######### Alida Jansdr de Graeff

######### Cornelis Jansz de Graeff

######### Alida Jansdr de Graeff

######### Hendrica Jansdr de Graeff

######### Pieter Jansz de Graeff

########## Jan de Graeff (gest. 1751) (''angenommen'') → ''unbekannte Nachkommen'' 

########## Pieter de Graeff (gest. 1760) (''angenommen'') → ''unbekannte Nachkommen'' 

######### Jan Jansz de Graeff

######## Apollonia Cornelisdr de Graeff

####### Jacob Jansz de Graeff

####### Cornelis Jansz de Graeff

####### Pieter Jansz de Graeff

######## Pieter de Graeff

######### Joannis de Graeff

####### Jan Jansz de Graeff

#### Claes Jacobsz Graeff

#### Adriaan Jacobsz Graeff ("außerehelich") → "Nachkommen"

Wappen (Auswahl)



III) Han Zu Hanfelden

steirisch, Patrizier, einfacher Adel  † Mitte / Ende 16. Jahrhundert

Die Han, auch Hahn und Hann, später Han zu Hanfelden, waren Patrizier der Stadt Graz. Mittels der Ehe von Caspar Hann († 1429) mit Affra vom Graben [Grabner] († vor 1458) gelangte seine Familie in Besitz des ''Hofes am Graben'' in Graz und des Gutes Ludmannsdorf. Affra war die Cousine des Reinprecht IV. vom Graben († 1468), dem letzten männlichen Graben der Linie Am Graben in Graz, und brachte somit einen Teil dessen Erbgutes in ihre eheliche Verbindung ein [Alt-Grabenhofen erging im Erbgang an die Linie der Graben auf Kornberg].

Wappenabfolge

Bis dato liegen mir keine Aufzeichnungen über die Gestalt des Wappens der Han vor.

Geschichte

Die eruierbaren Ursprünge der Familie Han liegen im Oberen Murtal in der Steiermark als auch in der Stadt Graz. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts werden erstmals Caspar Hann und Hans Han(n) der Ältere als Besitzer des landesfürstlichen Hof in Unterzeiring im Murtal bekundet. Es ist nicht geklärt, ob es sich hierbei um Brüder handelte. Beide Han hatten das Amt des Mautpächters am Triebener Tauern inne. Um 1410 begann Caspar Hann mit dem Bau eines Edelsitzes in Unterzeiring. Derselbige hatte aus der Ehe mit Afra vom Graben Achaz Hann [auch Achatz] zum Sohn. Von seiner Mutter erbte Achaz die Güter "Am Graben" in Graz und Ludmannsdorf. 1471 verkaufte er seine Bergrechte ''Am Graben'' in Graz, und 1478 ging er mit Kaiser Friedrich III. in einen Tauschvertrag ein, durch den er sein Stadthaus am Paulustor in Graz für das Lehenrecht seines Hofes zu Rohr bei Puzendorf eintauschte. Da Achaz keine Kinder nachließ, vererbte er die mütterlichen Güter "Am Graben" und Ludmannsdorf sowie herrliche Rechte an der Sulm und bei Leibniz an seine beiden Schwestern Katrein und Margret Hann [und deren Nachkommen]. Margret war mit Friedrich von Fladnitz verheiratet, und brachte ihm die Güter "Am Graben" und Ludmannsdorf in die Ehe mit. Die Linie des Hans Han(n) den Älteren  wurde durch dessen Sohn Hans Han(n) dem Jüngeren (1450-1516) fortgesetzt. Er erbte seines Vaters Funktion als Mautpächter am Triebener Tauern, und erfüllte diverse weitere Ämter: Pfleger zu Fronleiten an der Mur, Amtmann und Mautner in Ober- und Unterzeiring. Nachdem die eingefallenen Türken den durch Caspar Hann errichteten Edelsitz abbrannten, wurde dieser 1494 von ebendiesem Hans als Schloss Hanfelden neu errichtet. Sein Sohn Peter Han zu Hanfelden war der letzte männliche Han. Er veräußerte schon 1528 diverse Güter am Teuffenbach. Als Erbe von Hanfelden setzte er seinen Neffen Hans Rauchenberger, den Sohn seiner Schwester Ursula Han, ein. Mit dem Aussterben der Han erging der Besitz 1579 an die protestantische Bürgerfamilie Rauchenberger aus Judenburg. Diese waren hernach dem Niederadel zugeordnet, und führten das Prädikat [Rauchenberger] zu Hanfelden.

Stammbaum (Auszug)

Familie des Caspar:

# Caspar Han(n) († 1429), Gatte der Affra vom Graben

## Acha(t)z Han(n), genannt 1458–68, blieb ohne Nachkommen

## Katrein Han(n), genannt 1468 als Gattin des Christoph Pibriacher

## Margret Han(n), genannt 1438–68, ehelichte Friedrich von Fladnitz


Familie des Hans:

# Hans Han(n) der Ältere

## Hans Han der Jüngere (1450–1516)P

### Peter Han zu Hanfelden

### Ursula Han

#### Hans Rauchenberger, brachte 1579 Schoss und Gut Hanfelden an seine Familie


IV) jörger von tollet

ursprünglich oberösterreichisch, Ritter, Herren, Freiherren, Grafen, Reichsgrafen  † 1772

Ursprünglich hieß diese Familie Jörger. Sie erbten das Schrägbalken-Wappen der Linie Grabner zu Rosenburg durch die eheliche Verbindung von Helmhard VIII. Jörger zu Tollet (1530-1594) mit Elisabeth Grabner von Rosenburg und Zägging, Erbtochter von Zacking [Zägging, Zägging] in Niederösterreich. Sie nahmen das Wappen in dem Ihrigen auf, und führten es bis zum Erlöschen des Geschlechts im Mannesstamm im Jahre 1772.

Wappenabfolge

Geschichte (Auszug) 

Die Jörger stammen aus dem heutigen Oberösterreich. Als Stammherr gilt Helmhardus de Stille (13. Jahrhundert), der von Stille [Gaspoltshofen im Bezirk Grieskirchen] nach St. Jörgen [St. George bei Grieskirchen] verzog, und selbst den Namen Jörger annahm. Ende des 14. Jahrhunderts erwarben sie die namensgebende Burg Tollet. Im Laufe desselben Jahrhunderts teilte sich die Familie in diverse Linien im heutigen Ober- und Niederösterreich auf. Zur Wende des 16. Jahrhunderts erlebten die Jörger ihren politischen und ökonomischen Aufschwung, bald waren sie auch in der Lage die Habsburger Kaiser zu unterstützen. Vor allem im Laufe des 16. Jahrhunderts konnten sie zahlreiche Herrschaften, Burgen und Schlösser in ihren Besitz bringen. Auch waren die Jörger ab den 1530er Jahren dem aufkommenden Protestantismus zugetan, und auch einer dessen größten Förderer. Die in Niederösterreich Reich begüterte Linie erwarb 1577 den Freiherrenstand. Sie waren als Landeshauptleute, Verordnete oder Räte in der höheren und höchsten Administration tätig. Ihr nachhaltiges Bekenntnis zum Protestantismus brachte sie in der dannach einsetzenden Gegenreformation in Bedrängnis, sie verloren Güter, wurden gemartert und emigrierten. Johann Quintin I. Jörger (1624–1705), der zum Katholizismus rekonvertierte wurde 1657 als Graf und Herr zu Tollet und Erlach, Freiherr zu Kreisbach in den Grafen stand und 1659 in den Reichsgrafenstand erhoben. Das Geschlecht war fortan mittels seinen drei letzten männlichen Proponenten bis zu dessem Absterben in 1772 stark an das Kaiserhaus gebunden. 

Besitz an Herrlichkeiten (Auszug) 

  • Herrschaft Tollet (Oberösterreich)
  • Herrschaft [auch Freiherr] Kreisbach
  • Herrschaft Köppach
  • Herrschaft Roith
  • Herrschaft Oberweis 
  • Herrschaft Gallheim
  • Herrschaft Walpersdorf 
  • Herrschaft Kuffern
  • Herrschaft Pernstein 
  • Herrschaft Scharnstein 
  • Herrschaft Pürnstein 
  • Herrschaft Aschach
  • Herrschaft SteyreggSchö
  • Herrschaft Prandegg
  • Herrschaft Ottensheim
  • Herrschaft Zacking (Niederösterreich)
  • Herrschaft Rosenburg (Niederösterreich)
  • Herrschaft Judenau (Niederösterreich)
  • Herrschaft Weidenholz
  • Herrschaft Hernals (Wien)
  • Herrschaft Schönau
  • Herrschaft Katzelsdorf 
  • "Grafen und Herren zu Tollet und Erlach"

Wappen (Auswahl)


V) stadler zu stadl (zu kornberg)

steirisch, ritterbürtig, Ritter, Freiherren, Reichsgrafen  † 1882

Diese Familie wurde anfangs als Stadler genannt. Sie erbte das Wappen der Graben zu Kornberg 1539 mittels der Verehelichung von Christoph Stadler von Stadl (gest. 1552)  mit der Erbtochter Anna von Graben zu Kornberg (gest. 1564). Das Schaufel-Wappen der Graben gelangte durch eine kaiserliche Wappenbesserung und Vereinigung an die Stadler, die es bis zum Absterben im Mannesstamm 1882 führten.

Wappenabfolge

Geschichte (Auszug) 

Die Stadler zählten zu den ältesten Rittergeschlechtern der Steiermark, das erstmals 1180 mit Hugo von Stadl in Erwähnung tritt. Seine Nachkommen schaft war nicht reich begütert und bekleidete keinen höheren Rang. Das änderte sich im Jahr 1539 als mittels Heirat und nachfolgendem Erbgang die großen Güter der Familie Graben in deren Besitz gelangten. Es handelte sich hierbei primär um die Herrschaften Kornberg und Marburg [an der Drau; das heutige Maribor] nebst diversen kleineren Gütern wie das alte Graben-Gut Alt-Grabenhofen bei Graz und weiteren Besitzrechten. Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts gehörten die Stadl zu den größten Grundbesitzern der Steiermark. Sie besaßen ferner auch das Stammgut Stadl, die Riegersburg, Krottenhofen, Rohrbach oder Thalerhof. Die Herrschaft Kornberg war von 1564 bis 1825 [mit einer Unterbrechung zwischen 1636 und 1664] und Marburg zwischen 1564 und 1620 in Stadlerischem Besitz. 1597 wurde der Kornberger Zweig mit Johann Andreas [Hans Andreas], Hans Christof und Gottfried von Stadl in den freiherrlichen Stand erhoben [Bestätigung 1609] sowie 1708 mit Johann Carl Josef [Karl Josef] (?) als Stadel-Kornberg zu Reichsgrafen [ohne Reichsstandschaft]. Das Geschlecht hatte seinen Höhepunkt im 16. und 17. Jahrhundert erreicht, als sie Landeshauptleute der Steiermark oder auch hohe Militärs hervorbrachten. Kornberg ist bis zum Tod von Georg Freiherrn von Stadl im Jahr 1822 in Familienbesitz verblieben.

Besitz an Herrlichkeiten im Herzogtum Steiermark (Auszug) 

  • Herrschaft Stadl an der Raab
  • Herrschaft Kornberg
  • Herrschaft Marburg mit der Obermarburg [Maribor]
  • Herrschaft Alt-Grabenhofen
  • Herrschaft Riegersburg
  • Herrschaft Thalerhof
  • Herrschaft Krottenhofen und Krottendorf
  • Herrschaft Lichtenberg
  • Herrschaft Freyberg
  • Herrschaft Schachenthurn
  • Herrschaft Bühel
  • Herrschaft Weißeneck
  • Herrschaft Holleneck
  • Herrschaft Janersdorf

Stammbaum (Auszug)

# Andreas Stadler (genannt 1450)

## Wolf Stadler (genannt 1478)

### Bernhard von Stadl, Ritter (gest. 1512)

#### Christoph Stadler zu Stadl (gest. 1552)

##### Elisabeth von Stadl (jung verstorben)

##### Maximilian von Stadl (jung verstorben)

##### Wolfgang von Stadl (jung verstorben) 

##### Carl von Stadl (gest. 1576)

#### Georg Stadler - "Nachkommen" 

#### Andreas Stadler 

##### Franz Stadler (gest. 1580)

###### Johann Andreas von Stadl, Frh 1597

####### Ferdinand I. von Stadl, Frh (gest. 1655)

######## Johann Rudolph [Hans Rudolf] von Stadl, Frh (1640-1696)

######### Johann Carl Josef [Karl Josef] von Stadl, RGraf 1708 (1676-1729)

########## Josepha Petronella von Stadl, RGrfn (1709-1737)

######### Maria Karola von Stadl (gest. 1713)

######### Leopold [Franz Leopold] von Stadl-Kornberg, Frh (gest. um 1746)

########## Johann Joseph von Stadel-Kornberg, Frh (1728-1776)

########### Franz Xaver von Stadel-Kornberg, Frh (1755-1806)

############ Leopold von Stadel-Kornberg, Frh (1802-1808)

########### Georg [Johann Georg] von Stadel-Kornberg, RGraf (1761-1822/1830)

############ Mathilde von Stadel-Kornberg, Frf (* 1811)

############ Rudolf von Stadel-Kornberg, RGraf (1813-1853)

############ Hermine von und zu Stadel-Kornberg, Frf (* 1815-1869)

############ Ottokar von Stadl, Frh (1822-1882)

############# Gabriele Franziska von Stadl, Frf (1861-1928), als letzte ihres Stammes 

########### Theresia von Stadl, Frf (1756-1816)

########### Leopoldine von Stadl, Frf (* 1765)

######### Georg Sigmund von Stadl, Frh (gest. 1716)

######## Ferdinand II. von Stadl, Frh (gest. 1694)

##### Kunigunde von Stadl

#### Erasmus [Erasam] von Stadl

##### Gottfried von Stadl 

##### Johanna von Stadl

##### Johann von Stadl

###### Anna Maria von Stadl

###### Felizitas von Stadl

##### Christoph von Stadl, Fhr 1597 (?) 

###### Karl von Stadl (?) 

###### Georg Leopold von Stadl

####### Maria Elisabeth von Stadl

ohne Anschluss:

# Karl Joseph von Stadl, RGraf (genannt 1728)

# Maria Elisabeth von Stadl, RGrfn

# Emanuel RGraf von Stadel-Kornberg (* 1787), Vetter des Grafen Georg 

Wappen (Auswahl)


Vi) rainer zu rain (zu sommeregg)

ursprünglich bayrisch, Ritter, Freiherren  † 1569 

Die ursprünglich nur Rainer genannte Familie war in Bayern begütert, gelangte aber mittels Haymeran IV. Rainer zu Rain (gest. 1543) auch ins heutige Oberösterreich und nach Kärnten. Haymeran ehelichte die Graben-Erbtochter von Sommeregg, Rosina von Graben zu Sommeregg (gest. 1534), und gelangte mittels einer Wappenvereinigung in Besitz des Graben-Wappen mit den blau-weißen Schrägbalken, welches seine Nachkommen bis zum Aussterben des Geschlechts in weiblicher Linie Ende des 16. Jahrhunderts führten.

Wappenabfolge

Geschichte (Auszug) 

Die Rainer waren von altem Turnieradel des Herzogtum Bayern, und stellten eine Linie der Vitztums von Straubing dar. Um 1242 verpfändete Herzog Heinrich XIII. von Bayern Burg und Herrschaft Rain in Niederbayern  [die ''curia'' zu Rain] an Karl [von Rain], jüngerer Sohn des Vitztums Otto I. von Straubing. Karls Nachkommen nannten sich fortan Rainer bzw. von Rain sowie auch Rainer zu Rain. Das Geschlecht blieb bis Mitte des 16. Jahrhunderts hier ansässig. Die Rain besaßen das erbliche Oberstkämmereramt des Herzogtums Bayern. Ein bedeutetes Familienmitglied war Gregor Rainer [fälschlicherweise auch ''Rainer zu Main''; † 1522], der von 1508 bis zu seinem Tod Reichsprälat und Stiftspropst der Fürstpropstei Berchtesgaden war. Die Kärntner Linie wurde durch den aus Bayern stammenden Haymeran IV. von Rain zu Sommeregg († 1543) begründet, der Rosina von Graben zu Sommeregg aus der Familie der Herren von Graben ehelichte. Rosina war die Erbtochter des Sommeregger Burggrafen Ernst von Graben, und so gelangte 1513 diese Herrschaft nebst diverser anderer Güter sowie das Blau-weiß gespaltene Wappen der Graben an die Familie Von Rain. Haymeran stand in kaiserlichen Diensten und diente als Feldhauptmann in Italien. Für ihre Verdienste wurden die Gebrüder Haymeran und Christoph Reiner [Rainer, Von Rain] am 10. November 1530 durch Kaiser Karl V. zu ''Freiherren von Rain zu Sommeregg'' ernannt. Der Ehe von Haymeran und Rosina entsprangen mindestens drei Töchter, worunter Beatrix von Rain († 1538), und ein Sohn, Hans Joachim von Rain zu Sommeregg, welcher mit Catharina Auwetia ab Auburg verehelicht war. Da Hans Joachim als Erbe seines Onkels Christoph II. Rainer zu Rain 1548 seinen Herrschaftsmittelpunkt wieder nach Bayern verlegte, verkaufte er Sommeregg und das Amt Töplitsch 1550 an Christoph Khevenhüller von Aichelburg. Diverse Kärntner Familienmitglieder liegen in der Lienzer „Sankt Michaelskirche“ in Osttirol begraben, der Grabstätte der ''Herren von Graben zu Sommeregg''. Kurz nach Hans Joachim von Rains Rückkehr in die Heimat ist das Gesamtgeschlecht ausgestorben. Die Erbtochter Ursula von Rain heiratete 1573 Paul von Leublfing und brachte auch die Herrschaft Rain in die Ehe mit.

Besitz resp Lehen (Auszug) 

  • Schloss und Herrschaft Rain (Bayern)
  • Hofmark Oberpiebing (Bayern)
  • Hofmark Obermotzing (Bayern)
  • Hofmark Bergstorf (Bayern)
  • Hofmark und Schloss Grafentraubach (Bayern) 
  • Herrschaft Schambach (Bayern)
  • Burggrafschaft Sommeregg (Kärnten)

Stammbaum (Auszug) 

# Otto I. von Straubing - Viztum von Straubing

## Albrecht I. von Straubing - Viztum von Straubing, Weiterführung der Viztumer Linie zu Straubing

### ''männlich''

#### Hans von Steinach, Bürgermeister von Regensburg (gest. 1394 als letzter dieser Linie)

## Karl I. von Straubing - Herr zu Rain, Begründung der Rainer Linie Rainer zu Rain

### Otto II. Rainer, Herr zu Rain

#### Elisabeth Rainer, Äbtissin des Kloseter Niedermünster in Regensburg

### ''männlich''

### Albrecht III. Rainer

#### ''männlich''

##### Peter I. Rainer, Herr zu Rain und Schambach, herzoglicher Rat (gest. 1438)

###### Haymeran II. Rainer, Herr zu Rain und Schambach

####### Peter III. Rainer, Herr zu Rain, herzoglicher Jägermeister

######## Christoph II. Rainer zu Rain, Herr zu Rain, Freiherr (gest. 1547)

######### Anna Rainer zu Rain, Freiin 

######## Haymeran IV. von Rain zu Sommeregg, Herr von Rannariedl, Herr und Burggraf von Sommeregg, Freiherr, kaiserlicher Feldhauptmann in Italien (gest. 1543); ehelichte Rosina von Graben zu Sommeregg

######### Beatrix von Rain, Freiin (gest. 1538)

######### Hans Joachim Rainer zu Rain, Herr zu Rain, Burggraf und Herr von Sommeregg, Freiherr, herzoglicher Rat zu Straubing (gest. 1569)

########## Ursula Rainer zu Rain, Freiin, die letzte der Rainer ehelichte 1579 Paul von Leublfing und brachte Wappen und Besitz an die Leublfing

####### Christoph I Rainer

### Lautwein II. Rainer

##### Erhard Rainer zu Schambach, Herr zu Schambach

#### Hans Rainer

Wappen (Auswahl)